Donnerstag, 10. April 2014

"Moritz" Die Liebe zu einem Kater




Ein wunderschöner Sonntag heute, dachte sich Sara. Es war zehn Uhr morgens und sie stand am Fenster ihrer Wohnung und sah hinaus.

Sara wohnte seit kurzem in dieser Wohnung. Es war nicht perfekt. Es war ein Wohnblock mit vielen Ein- bis Dreizimmerwohnungen; acht Stockwerke hoch. Der Aufzug schmal und eng, so dass sie, als sie einzog, nicht einmal ihr Sofa in den Aufzug bekam. Dieses schleppte sie dann über die Treppe in den dritten Stock.

Als Sara nach München umzog, wohnte sie zuerst in einem Wohnheim; es war billiger. Sie bekam jeden Tag ihr Essen. Die Wochenenden jedoch waren etwas langweilig. Sara war eine der wenigen, die am Wochenende nicht zu ihrer Familie nach Hause fahren konnten. Daher war sie am Wochenende meist alleine in dem Heim.

Sara machte gerade eine Ausbildung zur Kunstmalerin. Das Geld was sie dabei verdiente, reichte gerade mal so für die Miete und das Fahrgeld zur Arbeit. Manchmal, wenn sie sehr sparsam war, konnte sie sich sogar mal einen Kinobesuch leisten.
einfach, Sara hatte ja nicht viel. Ein paar Kleidungsstücke, ein Sofa und einen alten großen Sessel. Das einzige Problem waren die Treppen in den dritten Stock, alleine mit dem Sofa. Als sie im ersten Stock angekommen war, öffnete sich eine Türe und ein junger Mann kam heraus. Er sah, wie sich Sara quälte und alleine das Sofa hoch schleppte. Als er ihr anbot zu helfen, sagte Sara natürlich nicht nein, sie war so froh. Auch bei dem großen Sessel half er ihr noch ihn in ihre Wohnung zu bringen.


Dann saß Sara da, in ihrer Wohnung in ihrem großen schweren Sessel und dachte an den jungen hübschen Mann.

In den darauffolgenden drei Jahren, die sie in der Wohnung wohnte, sah sie diesen jungen Mann dreimal ganz kurz im Flur. Auch zu anderen Bewohnern in diesem Haus hatte Sara keinen Kontakt. Ab und an sah man mal jemanden im Flur oder im Aufzug, aber nähere Kontakte ließen sich nicht knüpfen. Jeder lebte so sein eigenes Leben. Viele wohnten auch nur kurz in dem Haus, bis sie etwas Größeres, Schöneres und Billigeres gefunden hatten.

Sara war aber glücklich, ab und an fühlte sie sich einsam. Sie hätte gerne wieder einen Freund. Jemand der sie besuchte, bei ihr über Nacht blieb und mit ihr Frühstückte.

Aber es war nicht so einfach. Sara arbeitete viel. Ihre Lehre hatte sie abgeschlossen, konnte aber nicht weiter bei der Firma beschäftig bleiben, da die Auftragslage zu schlecht war und sich die Firma keinen weiteren Mitarbeiter leisten konnte. Auch in anderen, ähnlichen Betrieben, sah es nicht besonders gut aus.
So arbeitete sie nun tagsüber in einem Motorradgeschäft als Verkäuferin. Abends ging sie dann noch Putzen und in der Nacht arbeitete sie noch für ein paar Stunden bei einem Packet Service.

Das einzige was Sara glücklich machte war ihre Katze. Kurz nach dem sie in diese Wohnung einzog, hat sie von einem Bekannten erfahren, das er jemanden kannte der schwer allergisch auf seine Katze wurde und er ihn nun an einen anderen Platz abgeben musste.

Sara liebte Tiere. Als Kind ist sie in einem Dorf groß geworden und hatte viele Tiere. Gänse, Hühner, Katzen und Hunde.

So nahm sie dann auch diesen sechs Jahre alten Kater zu sich. Die ersten Tage waren sehr hart. Der Kater trauert um seinen Vorbesitzer. Aß nichts trank nichts und war nur am weinen. Sara wusste genau was sie zu tun hatte. Sie ließ ihn trauern. Sie wusste, dass es auch für ihn nicht einfach war. Nach sechs Jahren plötzlich woanders zu sein, bei einer fremden Person zu leben. Drei Tage dauerte es bis Moritz aus seiner Kiste kam und sich in der Wohnung umschaute. Sara ließ ihn machen und wartete bis er auf sie zu kam, was noch am selben Abend war. Er streifte ganz leicht an ihren Beinen vorbei. Von diesem Tag an waren Sara und Moritz ein Herz und eine Seele.


Sara war etwas traurig darüber dass sie nicht so viel Zeit für ihn hatte, wie sie es gerne gehabt hätte. 



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